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Geburtseinleitung

Geburtseinleitung- was bedeutet das?

Von einer Geburtseinleitung spricht man, wenn Wehen gezielt, meist durch die Gabe von Medikamenten ausgelöst werden. Wenn die Rede von einer geplanten Geburtseinleitung ist, dann führt das häufig vor allem bei der Schwangeren und beim werdenden Vater zu vielen Fragen. Unsicherheit und Angst vor dem bevorstehenden Eingriff sind daher völlig verständlich und normal.  

Wie verläuft eine Geburt normalerweise?

Die Geburt eines Kindes ist der Vorgang am Ende der Schwangerschaft, bei dem ein Kind die Gebärmutter verlässt. In der Regel setzen die Wehen zwischen der 39ten und 41ten Schwangerschaftswoche selbstständig ein.
Man unterscheidet beim Ablauf einer Geburt die Eröffnungs-, die Übergangs-, die Austreibungs- und die Nachgeburtsphase.

Die normale Geburt beginnt mit der Eröffnungsphase, bei der anfangs unregelmäßige Wehen meist mit einer Frequenz von 2-3 Wehen in 30 Minuten auftreten. Das Ziel dieser ersten Phase ist die Verkürzung des Gebärmutterhalses und des Muttermundes. Im Laufe der Eröffnungsphase erhöht sich die Wehenfrequenz auf 2-3 Wehen in 10 Minuten und auch der Rhythmus wird regelmäßiger.

In der Übergangsphase wird die Wehenfrequenz schneller, die Kontraktionen stärker und die Schmerzen intensiver. Der Kopf des Kindes gelangt durch das Becken der Mutter.

Das dritte Stadium der Geburt, die Austreibungsphase, beginnt, wenn der Muttermund annähernd vollständig (8-10cm) geöffnet ist. Die Wehen kommen jetzt in einer Frequenz von 6-7 Wehen in 15 Minuten. Wenn der kindliche Kopf entsprechend tief im Geburtskanal steckt, wird bei der Gebärenden reflektorisch ein Pressdrang ausgelöst, der zur Austreibung des Fötus aus dem Mutterleib führt.

Die Nachgeburtsphase, auch Plazentaphase genannt, stellt die letzte Phase der Geburt dar. In Abhängigkeit von Stärke und Dauer der Nachgeburtswehen beansprucht sie im Schnitt 10-30 Minuten. Die Geburt endet mit der Ausstoßung der Plazenta (Nachgeburt). Diese wird durch Arzt oder Hebamme auf Vollständigkeit geprüft. In besonderen Fällen kann eine Ausschabung zur Verhinderung von Komplikationen notwendig sein. Auch eine Gabe von Hormonen kann nötig sein, um die Beschleunigung der Ablösung und Ausstoßung der Plazenta zu unterstützen.

Warum sollte eine Geburt eingeleitet werden?

Obwohl es immer wünschenswert ist, der Natur ihren Lauf zu lassen, kann es nötig und sinnvoll für Mutter und Kind sein, den Geburtsvorgang einzuleiten. Situationen, die eine Geburtseinleitung notwendig erscheinen lassen, sind z.B. eine Übertragung des Kindes von mehr als 10-12 Tagen nach dem errechneten Geburtstermin, ein auffälliges CTG (Cardio-Toko-Graphie / Herztonwehenschreibung), ein vorzeitiger Blasensprung, ein Blasensprung ohne nachfolgende Wehentätigkeit oder  eine Erkrankungen der Mutter wie z.B. eine Gestose oder Diabetes.  

Welche Möglichkeiten der Geburtseinleitung gibt es?

Man muss bei der Wahl der Methode zur Geburtseinleitung unterscheiden, ob sich der Muttermund bereits geöffnet hat, oder ob dieser noch unreif ist.
Bei reifem Muttermund ist die Empfindlichkeit für wehenauslösende Medikamente bereits recht hoch.
Ein häufig eingesetztes Medikament ist Oxytocin, welches als Dauerinfusion direkt in die Vene der Mutter gegeben wird. Alle 30 Minuten wird, unter kontrollierten Bedingungen, die Dosis erhöht, bis sich eine zufrieden stellende Wehentätigkeit einstellt.

Eine andere Möglichkeit der Geburtseinleitung, mit vergleichbarer Wirksamkeit, ist die Gabe von so genannten Prostaglandinen. Diese Medikamente werden nicht als Infusion verabreicht, sondern als Gel oder Tablette lokal in der Nähe des Muttermundes positioniert.
Durch Prostaglandine werden meistens nach 2-3 Stunden Wehen ausgelöst.
Auch in diesem Fall wird mittels CTG der Verlauf der Geburt kontrolliert.

Bei noch unreifem Muttermund erzielt man die besten Erfolge mit Prostaglandin in Gelform, das in den Gebärmutterhals eingebracht wird. Hierdurch soll der Widerstand des Muttermundes gesenkt und seine Reifung gefördert werden. Ist der Muttermund ausreichend geöffnet, kann die Geburt durch die Auslösung von Wehen anschließend mittels Oxytocin eingeleitet werden.

Wie bereitet man sich auf eine Geburtseinleitung vor?

Da eine Geburtseinleitung in der Regel vorher geplant ist, sollte man sich ausreichend Zeit nehmen, mit der Hebamme und dem Arzt ausführlich zu sprechen. Gemeinsam sollte man entscheiden, welche Methode für die jeweilige Frau in ihrer ganz persönlichen Situation die beste ist. Auch über die Art der Schmerzlinderung unter der Geburt sollte man sich am Besten bereits vorab Gedanken machen.  

Sind mit einer Geburtseinleitung Risiken für die Mutter oder das Neugeborene verbunden?

Jede Geburt und natürlich auch jeder Eingriff in den Geburtsvorgang können mit Risiken verbunden sein. Im Gespräch mit dem behandelnden Gynäkologen und der Hebamme werden alle diese Themen ausführlich und in Ruhe besprochen, bevor eine Entscheidung über das weitere Vorgehen getroffen wird.  
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