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Morbus Hodgkin

Diagnose Morbus Hodgkin – wie geht es weiter?

Morbus Hodgkin ist eine bösartige Krebserkrankung des lymphatischen Systems. Wer mit einer solchen Diagnose konfrontiert wird, erlebt verständlicherweise sehr starke Gefühle wie Angst, Panik, Wut, Trauer oder auch Hilflosigkeit und Resignation. Diese wechselnden Gefühle zuzulassen ist wichtig, um danach wieder Mut und Kraft zu schöpfen für die Auseinandersetzung mit der Erkrankung.
Die Unterstützung durch den Partner, die Eltern, andere Familienmitglieder oder auch Freunde ist jetzt sehr wichtig. Der Prozess, eine solche Diagnose anzunehmen und sich auf die notwendige Behandlung einzulassen, erfordert viel Kraft und Geduld von allen Beteiligten. Ein auf diesem Gebiet erfahrener Arzt Ihres Vertrauenssollte Ihnen bei dabei zur Seite stehen. Gut über alle Belange der Krankheit informiert zu sein, hilft dabei, sich nicht mehr ausgeliefert zu fühlen, sondern den Verlauf und den Behandlungserfolg aktiv mit zu gestalten.

Was genau ist das – Morbus Hodgkin?

Morbus Hodgkin, auch Hodgkin Lymphom oder Lymphgranulomatose genannt, ist eine bösartige (maligne) Erkrankung des lymphatischen Systems. Benannt wurde sie nach dem englischen Arzt und Pathologen Thomas Hodgkin, der diese Erkrankung bereits im Jahre 1832 erstmalig beschrieben hat.
Morbus Hodgkin ist eine eher seltene Erkrankung mit 2-3 Neuerkrankungen auf 100.000 Personen pro Jahr.

Was ist die Ursache für Morbus Hodgkin?

Leider ist bis heute nicht genau bekannt, was die Ursache für diese Erkrankung ist. Man weiß allerdings, dass das Hodgkin Lymphom von entarteten B-Lymphozyten ausgeht. B-Lymphozyten sind die sogenannten “weißen Blutkörperchen“, die eine wichtige Rolle bei der Immunabwehr spielen. B-Lymphozyten befinden sich überwiegend im lymphatischen System, um dort ihrer Aufgabe nachzugehen.
Zum lymphatischen System gehören alle lymphatischen Bahnen, sowie die lymphatischen Organe wie die Milz, die Thymusdrüse, die Lymphknoten und lymphatisches Gewebe, z.B. im Magen-Darm-Trakt oder im Rachenraum.

Wie macht sich Morbus Hodgkin bemerkbar?

Die Erkrankung beginnt meist in den Lymphknoten der Hals- und Nackenregion und breitet sich von dort aus. Die zumeist schmerzlosen Lymphknotenschwellungen werden begleitet von unspezifischen Allgemeinsymptomen wie Fieber, Nachtschweiß und einer Gewichtsabnahme von mehr als 10% innerhalb von 6 Monaten.  

Wie stellt der Arzt fest, dass Morbus Hodgkin vorliegt?

Die feingeweblich (histologisch) sicheren Merkmale des Hodgkin Lymphoms sind die Hodgkin- und Reed-Sternberg-Riesen-Zellen. Um angemessen behandeln zu können, muss zunächst das Stadium der Erkrankung festgestellt werden. In einem sogenannten Staging wird das vorliegende Stadium der Erkrankung erfasst. Dazu werden verschiedene Befunde verwendet, wie die Krankengeschichte, Laborwerte und bildgebende Verfahren wie Computertomographie oder Ultraschalluntersuchung.
Man unterscheidet 4 verschiedene Stadien nach der sogenannten Ann-Arbor-Klassifikation (I; II; III; IV), abhängig davon wie viele Regionen betroffen sind.

Wie wird therapiert?

Im Gegensatz zu vielen anderen bösartigen Tumoren reagiert das Hodgkin Lymphom sehr empfindlich sowohl auf Strahlen- als auch auf Chemotherapie. Dies ist die Voraussetzung dafür, dass die Mehrzahl der Patienten geheilt werden kann. Die Behandlung bei Erstdiagnose erfolgt durch Chemotherapie und/oder Bestrahlung, wobei in der Regel zunächst eine Chemotherapie erfolgt und im Anschluss daran eine Strahlentherapie.

Die Therapie sollte unverzüglich nach der Diagnosestellung begonnen werden und nur von erfahrenen Ärzten in spezialisierten Kliniken oder Praxen mit einem hämato-onkologischen Schwerpunkt durchgeführt werden.
Die Chemotherapie beim Hodgkin Lymphom besteht aus einer Kombination verschiedener Medikamente (Polychemotherapie), die entweder zellschädigend (zytotoxisch) oder wachstumshemmend wirken und als Zytostatika bezeichnet werden. Diese werden in einer bestimmten Dosierung und zeitlichen Abfolge (Zyklus) verabreicht.

In Deutschland kommen heute vor allem das so genannte ABVD-Schema und das BEACOPP-Schema zur Anwendung. Jeder Buchstabe steht für ein bestimmtes Medikament. Die Anwendung der Schemata wird so lange wiederholt, bis eine festgelegte Zykluszahl erreicht ist. Welches Therapieschema eingesetzt wird und wie viele Zyklen durchlaufen werden, hängt vom Stadium der Erkrankung ab.

Die Strahlentherapie ist eine lokal begrenzte Behandlung und macht sich zu Nutze, dass das Tumorgewebe empfindlicher gegenüber der Strahlung ist, als gesundes Gewebe.

Welche Nebenwirkungen können auftreten?

Sowohl Chemotherapie als auch Strahlentherapie verursachen Nebenwirkungen. Diese können akut auftreten oder auch erst Jahre nach Therapieende. Zu den häufigsten Nebenwirkungen zählen Erbrechen, Haarausfall, Veränderungen im Blutbild und daraus resultierende Infektionen.
Des Weiteren können Störungen der Herz- und Lungenfunktion auftreten, der Schilddrüse und der Fruchtbarkeit. Es kann zu neuen Tumoren kommen sowie zum Auftreten der chronischen Müdigkeit (Fatigue). Einigen Nebenwirkungen kann heute bereits wirkungsvoll begegnet werden. So kann heute vor Behandlungsbeginn dafür gesorgt werden, dass die Fruchtbarkeit der betroffenen Frauen und Männer in den meisten Fällen erhalten bleibt.

Wie verläuft die Nachsorge?

Eine Nachsorge ist unbedingt notwendig und sollte unbedingt wahrgenommen werden. Nach Therapieende erfolgt eine Nachsorge alle 3 Monate im ersten Jahr, alle 6 Monate im zweiten Jahr und jährlich ab dem fünften Jahr.  

Kann die Krankheit wiederkommen?

Leider kann es zu einem erneuten Auftreten (Rezidiv) von Morbus Hodgkin kommen. Tritt die Krankheit erneut auf, gibt es verschiedene Behandlungsoptionen, unter anderem abhängig davon, wie viel Zeit bis zu einem erneuten Ausbruch vergangen ist. Der behandelnde Arzt wird die im Einzelfall notwendigen Therapiemöglichkeiten bedenken und die Therapie daran anpassen.  

Wer hat besonders viel Erfahrung mit der Therapie?

Die deutsche Hodgkin Studiengruppe (DHSG), mit ihrer Zentrale in Köln, erforscht seit 1978 systematisch die Therapiemöglichkeiten des Hodgkin Lymphoms. Während der letzten Jahre ist es, vor allem auf Grund der Arbeit der deutschen Hodgkin Studiengruppe, gelungen, die Überlebensraten der Patienten deutlich zu steigern.   

Wie sind die Heilungschancen?

Insgesamt ist Morbus Hodgkin, obwohl eine bösartige Krebserkrankung, eine relativ gut behandelbare und beherrschbare Erkrankung. Auch für mittlere und fortgeschrittene Stadien können inzwischen Fünf-Jahres-Überlebensraten von über 90% erreicht werden. Und nach 10 Jahren liegt die Überlebensrate immer noch unverändert hoch bei 86%.   

Morbus Hodgkin & Ernährung: Worauf Sie bei Speisen und Getränken achten sollten

Bei einer Krebserkrankung ist ein guter Ernährungszustand Voraussetzung für mehr Lebensqualität und gegebenenfalls für einen günstigeren Krankheitsverlauf. Die Ernährung muss zugleich die Besonderheiten der Erkrankung und den Zustand des Patienten berücksichtigen. Eine Chemotherapie, wie bei Morbus Hodgkin, hat häufig Nebenwirkungen auf die Verdauungsorgane, die, wenn auch vorübergehend, Appetit und Nahrungsaufnahme des Patienten beeinträchtigen. Hier nutzt eine vollwertige, d.h. alle wichtigen Nährstoffe enthaltende und zugleich die Verdauungsorgane wenig strapazierende Ernährung dem Patienten am meisten.

Zugleich ist zu beachten, dass starke Medikamente, wie sie bei einer Chemotherapie zum Einsatz kommen, die Wirkung bestimmter Nahrungsbestandteile im Körper beeinflussen können. So enthalten gereifte, konservierte oder fermentierte (durch Gärung aufbereite  te) Lebensmittel relativ viel von der den Blutdruck steigernden Substanz Tyramin. Normalerweise wird Tyramin im Körper schnell abgebaut. Wird der Abbau aber durch Arzneistoffe verzögert, kann der Blutdruck übernormal ansteigen.   Welche Lebensmittel während einer Chemotherapie des Morbus Hodgkin gemieden, bzw. zurückhaltend verzehrt werden sollen, besprechen Sie bitte mit Ihrem behandelnden Arzt. Beachten Sie aber auch unsere Empfehlungen für eine tyraminarme, bzw. vollwertige Scho  nkost.

Sigma-Tau hat in Zusammenarbeit mit der jüngsten Sterneköchin Deutschlands – Susanne Vössing – tolle leckere Kochrezepte für Sie vorbereitet,       die Sie hier als Film und als Rezeptdownload sehen können. Viel Spaß beim Nachkochen!
       

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